Wer nach den Kosten einer GmbH- oder UG-Gründung sucht, findet alles zwischen „ab 1 €“ und „mehrere Tausend Euro“ — und beides ist auf seine Art richtig. Der Grund für die Verwirrung: Die Kosten hängen stark davon ab, welche Rechtsform du wählst, wie hoch dein Stammkapital ist und ob du mit dem gesetzlichen Musterprotokoll oder einem individuellen Gesellschaftsvertrag gründest. Eine Solo-UG mit Musterprotokoll spielt kostenmäßig in einer völlig anderen Liga als eine GmbH mit mehreren Gesellschaftern und maßgeschneidertem Vertrag.
Dieser Guide legt alle Posten offen — die einmaligen Gründungskosten, die laufenden Kosten danach und die Missverständnisse dazwischen. Damit du am Ende nicht die billigste Zahl aus der Werbung im Kopf hast, sondern ein realistisches Budget.
Die einmaligen Gründungskosten
Vier Posten fallen bei praktisch jeder GmbH- oder UG-Gründung an. Drei davon sind gesetzlich geregelt oder behördlich festgelegt — daran ändert kein Anbieter etwas.
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Notargebühren
gesetzlich fix nach GNotKGDie Notarkosten sind kein Verhandlungsthema: Sie stehen im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und richten sich vor allem nach der Höhe des Stammkapitals und der Vertragsart. Eine UG mit Musterprotokoll ist deutlich günstiger — hier landest du meist bei ca. 150–350 €. Eine GmbH mit individuellem Gesellschaftsvertrag liegt inklusive Handelsregister-Anmeldung typischerweise bei ca. 700–1.100 €. Wichtig: Jeder Notar in Deutschland rechnet nach denselben Sätzen ab — „günstigere Notare“ gibt es nicht, nur günstigere Konstellationen.
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Registergericht
Eintragungsgebühr · ca. 150 €Für die Eintragung ins Handelsregister stellt das Amtsgericht eine Gebühr in Rechnung — bei Neugründungen liegt sie in der Regel bei ca. 150 €. Auch dieser Betrag ist behördlich festgelegt und bei jedem Gründungsweg gleich. Die Rechnung kommt einige Wochen nach der Eintragung direkt vom Gericht — plane sie ein, damit sie dich nicht überrascht.
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Service-Pauschale founderfix
UG 179 € · GmbH 199 € · GbR 99 € (netto)Unsere Pauschale deckt den kompletten Gründungsprozess ab: alle Gründungsdokumente aus deinen Angaben, die Koordination des Online-Notartermins (Terminvergabe innerhalb 24 h) und die Register-Anmeldungen — Handelsregister und Transparenzregister. Die steuerliche Erfassung beim Finanzamt ist nicht enthalten. Für die GbR sind es 99 €, die Holding-Gründung (599 €) kommt bald dazu. Notar- und Gerichtskosten sind bewusst nicht enthalten — die rechnet der Notar direkt und zu gesetzlichen Sätzen mit dir ab, ohne Aufschlag von uns.
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Gewerbeanmeldung
je Kommune · ca. 20–60 €Nach der Eintragung meldest du dein Gewerbe bei der Stadt oder Gemeinde an, in der die Gesellschaft sitzt. Die Gebühr legt jede Kommune selbst fest, üblich sind ca. 20–60 €. In vielen Städten geht das inzwischen online. Praxistipp: Erledige die Anmeldung zeitnah nach der Handelsregister-Eintragung — sie ist Voraussetzung für weitere Schritte wie die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft.
Stammkapital: kein Kostenpunkt, sondern dein Betriebsvermögen
Das häufigste Missverständnis zuerst: Das Stammkapital ist keine Gebühr, die irgendwo „verschwindet“. Die 25.000 € der GmbH (von denen du bei der Gründung mindestens 12.500 € einzahlen musst) bzw. der frei wählbare Betrag der UG ab 1 € landen auf dem Geschäftskonto deiner eigenen Gesellschaft — und stehen ihr dort als Betriebsvermögen zur Verfügung. Du kannst damit Laptops kaufen, Miete zahlen oder Dienstleister beauftragen.
Trotzdem solltest du das Kapital ernst nehmen: Es ist die Haftungsgrundlage deiner Gesellschaft und sollte nicht als „durchlaufender Posten“ geplant werden. Gerade bei der UG gilt: 1 € ist rechtlich möglich, in der Praxis aber riskant — schon die erste Notarrechnung könnte die Gesellschaft rechnerisch überschulden. Einige Hundert bis wenige Tausend Euro als Startpolster sind fast immer die bessere Wahl.
Womit du insgesamt rechnen solltest
Alle einmaligen Posten zusammengerechnet — als grobe Orientierung, nicht als Versprechen. Die exakte Notarrechnung hängt von deiner Konstellation ab.
UG mit Musterprotokoll (Solo-Gründung)
Service-Pauschale 179 € (netto) plus Notar ca. 150–350 € plus Registergericht ca. 150 € plus Gewerbeanmeldung ca. 20–60 € — insgesamt landest du meist bei ca. 500–750 € an echten Ausgaben, zuzüglich deines frei gewählten Stammkapitals. Das ist der günstigste Weg in die Haftungsbeschränkung.
GmbH mit individuellem Gesellschaftsvertrag
Service-Pauschale 199 € (netto) plus Notar ca. 700–1.100 € plus Registergericht ca. 150 € plus Gewerbeanmeldung ca. 20–60 € — realistisch also ca. 1.100–1.500 €. Der individuelle Vertrag kostet spürbar mehr als das Musterprotokoll, kauft dir aber die Schutzklauseln, die bei mehreren Gesellschaftern über Streit oder Frieden entscheiden.
GbR als leichtgewichtige Alternative
Die GbR kommt ohne Notar, Handelsregister und Stammkapital aus — bei founderfix kostet sie 99 € Service-Pauschale plus ggf. Gewerbeanmeldung. Dafür haftest du persönlich und unbeschränkt. Der Kostenvorteil ist real, sollte aber nie der einzige Grund für die Rechtsformwahl sein.
Steuern sparen ab Tag 1: die Gründungsaufwand-Klausel
In die Satzung gehört ein unscheinbarer Satz mit großer Wirkung: Die Gesellschaft trägt die Kosten ihrer eigenen Gründung — Notar, Gericht, Beratung — bis zu einem bezifferten Höchstbetrag. Mit dieser Klausel sind die Gründungskosten Betriebsausgaben der GmbH/UG und mindern deren Gewinn. Ohne sie zahlst du alles privat aus bereits versteuertem Einkommen. Bei founderfix ist die Klausel in den Gründungsdokumenten standardmäßig vorgesehen. Wie sich das in deiner persönlichen Situation auswirkt, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung — dieser Guide ersetzt keine Steuerberatung.
Laufende Kosten nach der Gründung, die viele vergessen
Die Gründung ist der kleinere Teil der Rechnung. Diese Posten kommen danach — jedes Jahr.
Buchhaltung & Jahresabschluss
GmbH und UG sind zur doppelten Buchführung verpflichtet und müssen jedes Jahr einen Jahresabschluss aufstellen und offenlegen — unabhängig davon, wie klein die Firma ist. Mit Steuerberatung liegst du je nach Umfang und Belegmenge grob bei ca. 1.000–3.000 € pro Jahr, bei mehr Geschäftsvolumen entsprechend darüber. Praxistipp: Saubere digitale Belege von Anfang an drücken diese Kosten spürbar — Chaos im Schuhkarton bezahlt man in Beraterstunden.
IHK-Pflichtmitgliedschaft
Mit der Handelsregister-Eintragung wirst du automatisch Mitglied der Industrie- und Handelskammer — ohne Antrag und ohne Kündigungsmöglichkeit. Der Beitrag richtet sich nach dem Gewerbeertrag; für Gründer und Kleinunternehmen gibt es je nach Kammer Entlastungen oder reduzierte Beiträge, sodass die Belastung anfangs überschaubar bleibt. Ignorieren solltest du die Beitragsbescheide trotzdem nicht — sie kommen zuverlässig.
Geschäftskonto
Ein eigenes Konto für die Gesellschaft ist praktisch unverzichtbar — schon für die Einzahlung des Stammkapitals. Digitale Anbieter starten teils kostenlos oder für wenige Euro im Monat, klassische Banken liegen darüber. Achte weniger auf den Grundpreis als auf die Posten dahinter: Buchungsgebühren, Bargeld, Unterkonten und die Schnittstelle zu deiner Buchhaltung.
Transparenzregister-Jahresgebühr
Die Eintragung der wirtschaftlich Berechtigten übernehmen wir bei der Gründung für dich — die Führung des Registers kostet die Gesellschaft danach eine geringe Jahresgebühr von derzeit rund 20 €. Kein großer Posten, aber einer, der in kaum einer Kostenaufstellung auftaucht und dann per Bescheid überrascht.
Vorsicht: Fake-Rechnungen nach der Eintragung
Kurz nach deiner Handelsregister-Eintragung bekommst du Post — und nicht nur vom Amtsgericht. Betrüger lesen die öffentlichen Registerbekanntmachungen mit und verschicken täuschend offiziell aussehende „Rechnungen“ für angebliche Registereintragungen, Adressbuch- oder Verzeichniseinträge, oft über dreistellige Beträge. Faustregel: Die einzige echte Gerichtsrechnung kommt vom Amtsgericht mit Kassenzeichen — alles andere ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Adressbuch-Abzocke. Nicht zahlen, nicht antworten, im Zweifel bei uns oder deinem Notariat nachfragen.
Häufige Fragen zu den Gründungskosten
- Kann ich mit 1 € wirklich eine UG gründen?
- Rechtlich ja — die UG (haftungsbeschränkt) ist ab 1 € Stammkapital möglich. Praktisch brauchst du trotzdem Geld für Notar, Gericht und Gewerbeanmeldung, und die Gesellschaft sollte nach der Gründung nicht sofort rechnerisch überschuldet sein. Realistisch startest du mit einigen Hundert Euro Stammkapital plus ca. 550–750 € einmaligen Gründungskosten.
- Was kostet der Notar genau?
- Das lässt sich seriös nur als Spanne sagen, denn die Gebühren stehen im GNotKG und hängen von Stammkapital, Vertragsart und Gesellschafterzahl ab: UG mit Musterprotokoll meist ca. 150–350 €, GmbH mit individuellem Vertrag inklusive Handelsregister-Anmeldung ca. 700–1.100 €. Die exakte Rechnung erstellt der Notar — und sie ist bei jedem Notar in Deutschland gleich, weil die Sätze gesetzlich fixiert sind.
- Sind die Gründungskosten steuerlich absetzbar?
- Ja — wenn die Satzung eine Gründungsaufwand-Klausel enthält, trägt die Gesellschaft die Gründungskosten bis zum vereinbarten Höchstbetrag selbst und setzt sie als Betriebsausgaben ab. Ohne die Klausel bleibst du privat auf den Kosten sitzen. Die Details für deinen Einzelfall gehören in ein Gespräch mit deiner Steuerberatung.
- Was ist im founderfix-Preis enthalten — und was nicht?
- Die Service-Pauschale (UG 179 €, GmbH 199 €, GbR 99 € — jeweils netto) umfasst alle Gründungsdokumente, die Koordination deines Online-Notartermins per Video und die Register-Anmeldungen: Handelsregister und Transparenzregister. Die steuerliche Erfassung beim Finanzamt (Steuernummer) ist nicht enthalten — die erledigst du selbst oder deine Steuerberatung. Nicht enthalten sind Notar- und Gerichtskosten — die sind gesetzlich festgelegt und werden vom Notar bzw. Gericht direkt mit dir abgerechnet, ohne Aufschlag von uns.
- Warum sind die Preisangaben im Netz so unterschiedlich?
- Weil viele Anbieter nur ihren eigenen Anteil nennen und Notar-, Gerichts- und Folgekosten weglassen — oder mit der günstigsten Konstellation (Solo-UG mit Musterprotokoll) werben, die auf eine Mehr-Personen-GmbH nicht übertragbar ist. Rechne immer alle vier einmaligen Posten zusammen und plane die laufenden Kosten mit ein — dann gibt es später keine Überraschungen.
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