Die Beurkundung ist geschafft — und jetzt? Genau in den ersten Wochen entscheidet sich, ob deine GmbH oder UG sauber ins Laufen kommt oder ob du Fristen, Anmeldepflichten und teure Fallen übersiehst. Die gute Nachricht: Es ist kein Hexenwerk, wenn du die Aufgaben in der richtigen Reihenfolge angehst.
Dieser Fahrplan sortiert alles nach Priorität: Woche für Woche, vom Geschäftskonto bis zur Buchhaltung. Einiges davon übernimmt founderfix für dich — Transparenzregister und die Koordination mit dem Handelsregister. Die steuerliche Erfassung beim Finanzamt (Steuernummer) liegt dagegen bei dir bzw. deiner Steuerberatung. Den aktuellen Status siehst du jederzeit in deinem Dashboard.
Woche 1: Geld & Eintragung
Ohne eingezahltes Stammkapital keine Eintragung — deshalb hat das Konto absolute Priorität.
- 01
Geschäftskonto eröffnen
1–3 Werktage · duDirekt nach der Beurkundung eröffnest du das Geschäftskonto — es lautet auf deine Firma mit dem Zusatz „i. G.“ (in Gründung), z. B. „Muster GmbH i. G.“, denn eingetragen ist die Gesellschaft ja noch nicht. Die Kontoeröffnung ist erfahrungsgemäß der zeitkritischste Schritt in dieser Phase. Über founderfix wirst du an Partnerbanken vermittelt, damit es schnell geht.
- 02
Stammkapital einzahlen
sofort nach Kontoeröffnung · duJetzt überweist jeder Gesellschafter seine Einlage auf das neue Konto — bei der GmbH mindestens 12.500 €, bei der UG den vollen vereinbarten Betrag. Wichtig: als Überweisung mit klarem Verwendungszweck (z. B. „Stammeinlage“), nicht als Bareinzahlung ohne Nachweis. Das Geld ist danach nicht blockiert, sondern steht der Gesellschaft für ihre Geschäfte zur Verfügung.
- 03
Einzahlungsnachweis hochladen
5 Minuten · duDen Kontoauszug oder die Einzahlungsbestätigung lädst du in deinem Dashboard hoch. Erst mit diesem Nachweis darf der Notar die Handelsregister-Anmeldung einreichen — jeder Tag Verzögerung hier verschiebt deine Eintragung nach hinten. Praxistipp: Mach das noch am Tag der Einzahlung, sobald der Betrag gebucht ist.
- 04
Eintragung abwarten
3–10 Werktage · AmtsgerichtDas Registergericht prüft und trägt deine Gesellschaft ein — diesen Teil bestimmt das Gericht, nicht du. founderfix überwacht den Status für dich und meldet sich, sobald die Eintragung da ist. Mit der Eintragung fällt das „i. G.“ weg und deine GmbH/UG existiert als vollwertige juristische Person mit beschränkter Haftung.
Woche 2–3: Behörden
Rund um die Eintragung melden sich mehrere Stellen — oder wollen von dir hören. Das meiste davon läuft über founderfix automatisch mit.
- 01
Steuerliche Erfassung beim Finanzamt
übernehmen wirDer Fragebogen zur steuerlichen Erfassung muss innerhalb eines Monats nach Gründung ans Finanzamt — founderfix übernimmt das für dich. Danach erteilt das Finanzamt deine Steuernummer, und die ist wichtiger, als sie klingt: Ohne Steuernummer kannst du keine Rechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer schreiben. Für individuelle Steuerfragen — etwa zur Kleinunternehmerregelung oder Umsatzsteuer-Voranmeldung — lohnt früh der Kontakt zu einer Steuerberatung.
- 02
Transparenzregister
übernehmen wirJede GmbH und UG muss ihre wirtschaftlich Berechtigten — vereinfacht: die Personen hinter der Gesellschaft — unverzüglich ins Transparenzregister eintragen. Auch das erledigt founderfix für dich. Wichtig zu wissen: Eine versäumte oder verspätete Meldung ist eine Ordnungswidrigkeit, für die empfindliche Bußgelder verhängt werden können — dieser Punkt gehört nicht auf die lange Bank.
- 03
Gewerbeanmeldung bei deiner Kommune
≈ 30 Minuten · duSobald die Gesellschaft ihre Tätigkeit aufnimmt, meldest du das Gewerbe bei der Stadt oder Gemeinde deines Geschäftssitzes an — in vielen Kommunen geht das inzwischen online. Die Anmeldung informiert automatisch das Gewerbeamt und in der Regel weitere Stellen. Freiberufliche Tätigkeiten sind ein Sonderfall, aber eine GmbH/UG gilt kraft Rechtsform als Gewerbebetrieb.
- 04
IHK-Mitgliedschaft
kommt automatischMit der Gewerbeanmeldung wirst du automatisch Mitglied der Industrie- und Handelskammer — das ist gesetzliche Pflicht, du musst nichts beantragen und kannst es auch nicht abwählen. Die IHK meldet sich von selbst mit Post und später mit dem Beitragsbescheid. Für kleine und junge Unternehmen gibt es je nach Ertragslage Entlastungen beim Beitrag — wirf einen Blick auf den Bescheid, statt ihn ungeprüft zu zahlen.
- 05
Berufsgenossenschaft prüfen
binnen 1 Woche nach Start · duDie Berufsgenossenschaft ist die gesetzliche Unfallversicherung deiner Branche — und die Anmeldepflicht besteht grundsätzlich auch dann, wenn du (noch) keine Mitarbeiter hast. Welche Berufsgenossenschaft zuständig ist und ob Beiträge anfallen, hängt von deiner Tätigkeit ab. Kläre das früh: Die Anmeldung ist schnell erledigt, eine versäumte Meldung kann dagegen Nachforderungen auslösen.
Ab Tag 1 Pflicht: dein Auftritt
Diese Pflichten gelten nicht „irgendwann“, sondern ab dem ersten Geschäftsbrief und der ersten Rechnung.
Pflichtangaben auf Geschäftsbriefen & Rechnungen
Auf allen Geschäftsbriefen — dazu zählen auch E-Mails und Angebote — müssen Firma mit Rechtsformzusatz, Sitz der Gesellschaft, Registergericht mit HRB-Nummer und alle Geschäftsführer mit Vor- und Nachnamen stehen. Fehlende Angaben können abgemahnt werden und wirken auf Geschäftspartner unseriös. Praxistipp: Einmal sauber in E-Mail-Signatur und Rechnungsvorlage hinterlegen, dann läuft es von allein.
Impressum der Website
Sobald deine Website online ist, braucht sie ein vollständiges Impressum — mit denselben Angaben wie auf Geschäftsbriefen plus Kontaktdaten und, sobald vorhanden, der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ein fehlerhaftes Impressum ist einer der häufigsten Abmahngründe überhaupt. Aktualisiere es sofort, wenn sich HRB-Nummer oder Geschäftsführung ändern.
Rechnungsangaben komplett
Jede Rechnung braucht neben den Firmendaten deine Steuernummer oder USt-IdNr., eine fortlaufende, einmalige Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung, Datum und den korrekt ausgewiesenen Steuersatz. Fehlen Pflichtangaben, kann dein Kunde den Vorsteuerabzug verlieren — und bittet dich um Korrektur, was unprofessionell wirkt. Eine gute Rechnungssoftware nimmt dir das Formale komplett ab.
Aufbewahrungspflichten kennen
Geschäftsunterlagen wie Rechnungen, Buchungsbelege und Verträge musst du über Jahre aufbewahren — für Buchungsbelege gelten lange gesetzliche Fristen, und das gilt auch für elektronische Dokumente. Richte von Anfang an eine feste Ablage ein (digital genügt, wenn sie revisionssicher ist), statt Belege in Mail-Postfächern zu verstreuen. Was du ab Tag 1 sauber ablegst, musst du im Jahresabschluss nicht mühsam zusammensuchen.
Achtung, Abzocke!
Kurz nach der Handelsregister-Eintragung landen bei fast allen Gründern täuschend echt aussehende Rechnungen im Briefkasten: angebliche „Registerdienste“, Adressbuch- und Verzeichnis-Anbieter, die mit amtlich wirkenden Logos und Aktenzeichen Zahlungen für wertlose Einträge fordern. Merke: Die offiziellen Eintragungskosten rechnet ausschließlich das Amtsgericht über die Justizkasse ab — sonst niemand. Im Zweifel gilt: nicht überweisen, sondern erst ein Foto der Rechnung an founderfix schicken. Wir sagen dir, ob sie echt ist.
Woche 4: Fundament fürs Laufen
Die Behördengänge sind durch — jetzt baust du die Strukturen, mit denen deine Gesellschaft dauerhaft sauber läuft.
Buchhaltung aufsetzen
Für GmbH und UG ist die doppelte Buchführung mit Jahresabschluss gesetzlich Pflicht — eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung wie beim Einzelunternehmen reicht nicht. Kläre deshalb früh, ob eine Steuerberatung, eine Buchhaltungssoftware oder die Kombination aus beidem zu dir passt. Wer die ersten Monate Belege nur sammelt, zahlt später doppelt: in Aufräumstunden und im Zweifel in Steuerberaterhonorar.
Geschäftsführervertrag schließen
Auch — gerade — wenn du als Gesellschafter dein eigener Geschäftsführer bist, gehört ein schriftlicher Geschäftsführervertrag mit Vergütung, Aufgaben und Urlaubsregelung dazu. Dafür brauchst du in der Regel die Befreiung von § 181 BGB (Insichgeschäft), die idealerweise schon in deiner Satzung steht. Ohne sauberen Vertrag drohen steuerliche Probleme, etwa die Einstufung von Zahlungen als verdeckte Gewinnausschüttung — hier lohnt der Blick mit deiner Steuerberatung.
Versicherungen prüfen
Die Haftungsbeschränkung schützt dein Privatvermögen, aber nicht das Vermögen der Gesellschaft — eine Betriebshaftpflicht gehört deshalb für die meisten Unternehmen zur Grundausstattung. Je nach Risiko sind eine D&O-Versicherung für die Geschäftsführung oder branchenspezifische Policen (z. B. Vermögensschadenhaftpflicht) sinnvoll. Was du wirklich brauchst, hängt vom Geschäftsmodell ab — lass dich hierzu unabhängig beraten, statt Pakete von der Stange zu kaufen.
UG: Rücklagenpflicht einplanen
Als UG (haftungsbeschränkt) musst du jedes Jahr 25 % des Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen, bis das Stammkapital 25.000 € erreicht — erst dann kannst du zur GmbH aufstocken. Diese Pflicht steht nicht zur Disposition und sollte von Anfang an in deiner Finanz- und Ausschüttungsplanung stehen. Wer sie ignoriert, riskiert nichtige Gewinnverwendungsbeschlüsse und Ärger beim Jahresabschluss.
Du musst dir das nicht alles merken
In deinem founderfix-Dashboard siehst du jederzeit, welche Schritte erledigt sind, was gerade bei Notar, Registergericht, Finanzamt oder Transparenzregister läuft und wo du selbst am Zug bist — alle Dokumente liegen dort zentral ab. Dieser Fahrplan ist dein Überblick; die Erinnerung übernimmt das System.
Häufige Fragen zu den ersten 30 Tagen
- Wann bekomme ich meine Steuernummer?
- Nach der steuerlichen Erfassung — die founderfix für dich einreicht — erteilt das Finanzamt die Steuernummer erfahrungsgemäß innerhalb weniger Wochen; je nach Finanzamt und Auslastung kann es auch länger dauern. Rückfragen des Finanzamts, etwa zur Geschäftstätigkeit oder zu Umsatzprognosen, solltest du zügig beantworten, denn sie halten den Prozess sonst auf.
- Wann darf ich die erste Rechnung schreiben?
- Grundsätzlich schon vor der Eintragung — als Gesellschaft „i. G.“ kannst du bereits Geschäfte machen und Rechnungen stellen. Es gelten aber Besonderheiten: Der Zusatz „i. G.“ muss auf die Rechnung, für ausgewiesene Umsatzsteuer brauchst du die Steuernummer, und wer vor der Eintragung handelt, haftet unter Umständen persönlich (Handelndenhaftung). Details dazu findest du in unserem Ratgeber zur Gesellschaft in Gründung.
- Muss ich wirklich zur IHK?
- Ja — die IHK-Mitgliedschaft ist für jede GmbH und UG gesetzliche Pflicht und entsteht automatisch mit der Gewerbeanmeldung, ein Austritt ist nicht möglich. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Ertrag deiner Gesellschaft, und für kleine sowie neu gegründete Unternehmen gibt es je nach Konstellation Entlastungen. Im Gegenzug bietet die IHK Beratung, Seminare und Netzwerk — es lohnt sich, das Angebot zumindest zu kennen.
- Welche Fristen sind wirklich kritisch?
- Drei Dinge solltest du nicht schleifen lassen: die steuerliche Erfassung beim Finanzamt (innerhalb eines Monats nach Gründung), die Meldung ans Transparenzregister (unverzüglich nach Eintragung, sonst drohen Bußgelder) und die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft (binnen einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit). Die ersten beiden übernimmt founderfix für dich — die Berufsgenossenschaft solltest du selbst auf dem Zettel haben.
- Was passiert, wenn ich eine Fake-Rechnung schon bezahlt habe?
- Handle schnell: Kontaktiere sofort deine Bank und versuche, die Überweisung zurückzurufen — bei zeitnaher Meldung gelingt das manchmal noch. Erstatte außerdem Anzeige und widerrufe schriftlich den vermeintlichen „Vertrag“, den viele Anbieter aus der Zahlung konstruieren. Und schick uns die Unterlagen — wir helfen dir einzuordnen, was echt ist und was nicht.
Bereit, deine Firma zu gründen?
Starte jetzt — wir führen dich Schritt für Schritt und übernehmen den Behördenkram.
Weiterlesen
Checkliste
Gründungs-Checkliste: Das solltest du vorbereiten
Von Firmenname bis Stammkapital — die wichtigsten Punkte, die du vor deiner GmbH- oder UG-Gründung klären solltest.
Ablauf
So läuft deine Online-Gründung — Schritt für Schritt
Von den ersten Angaben bis zur Eintragung ins Handelsregister: jeder Schritt deiner Online-Gründung, mit Zeit- und Aufwandsangaben.
